Wettbewerb: The Post Corona City

Wettbewerb: The Post Corona City [Quelle: www.nxt-a.de] (Bildschirmfoto: Daniel Münderlein)

Auf diesem Blog wurde bereits intensiv zur neuen planerischen Aufgabenfeldern im Zusammenhang mit Coivid-19 berichtet und Prog-sowie Regnosen erstellt. Nun werden daran anschließend die ersten Wettbewerbe initiiert, welche nach konkreten Lösungen für entleerte öffentliche Räume suchen und Ausgangsbeschränkungen und ökonomische Einbrüche als Ausgangspunkte für die Entwicklung neuer städtische Konzepte begreifen. NXT A lobt unter der Schirmherrschaft von Kerstin Schreyer, Staatsministerin für Wohnen, Bau und Verkehr, den Ideenwettbewerb The Post-Corona City aus.
ArchitektInnen, StadtplanerInnen und LandschaftsarchitektenInnen sind aufgerufen sich an dem Wettbewerb zu beteiligen. Die besten Ideen werden in Print und Online Formaten veröffentlicht. Die Auslobungsunterlagen können hier abgerufen werden.

Die Frist für die Einreichungen wurde bis zum 29. Juni 2020 verlängert.

#socialdistancingcreativity
#flattenthecurve
#resilientcity

Für die Betrachtung von Covid-19 als Chance für Veränderung siehe auch:

Der öffentliche Raum in Krisenzeiten

Der öffentliche Raum in Krisenzeiten [Quelle: Youtube] (Bildschirmfoto: Daniel Münderlein)

Der öffentliche Raum wird aktuell durch diverse Krisen geprägt und bestimmt. Im Kontext der Corona Pandemie spielen Virtualisierung und Digitalisierung eine wichtige Rolle, während die aus den USA stammenden Bewegungen gegen Polizeigewalt und Rassismus den physischen Freiraum in Städten als wichtige Plattform für ihre Protestaktionen einfordern. Im Spagat zwischen diesen sehr unterschiedlichen Krisensituationen wird der öffentliche Raum auf die Probe gestellt und zum Gegenstand intensiver Diskussionen, welche voraussichtlich noch lange Nachhallen werden.

Das Thomas Mann House, das Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main und das Online-Magazins BauNetz machen es sich im Rahmen der Langen Nacht der Ideen 2020 des Auswärtigen Amtes zur Aufgabe das Thema „Der öffentliche Raum in Krisenzeiten“ in einem Youtube Broadcast zur Diskussion zu stellen.

Die Übertragung ist für den 19.06.2020 um 20 Uhr geplant.

Nach Lockdown lockt Stadtgrün

Nach_Lockdown_lockt_Stadtgrün
Nach Lockdown lockt Stadtgrün [Quelle: www.galabau.de] (Bildschirmfoto: Daniel Münderlein)

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e.V. (BGL), der Bund Deutscher Landschaftsarchitekten (bdla), der Bund deutscher Baumschulen (BdB) e.V., der Zentralverband Gartenbau e.V. (ZVG) und der Umweltdachverband Deutscher Naturschutzring (DNR) haben ein gemeinsames Positionspapier zu dem Thema „Gesundheit stärken, Klimaanpassung gestalten, Mittelstand stützen“ auf den Weg gebracht. Die Bedeutung von Stadtgrün als systemrelevante Quelle von Gesundheit wird darin vor dem Hintergrund des aktuellen Corona Lockdown unterstrichen und eine entsprechende finanzielle Absicherung gefordert.

Corinna – Keine(r) kommt raus! Urbaner Podcastspaziergang

Urbaner Podcastspaziergang des AAA (Bildschirmfoto: Daniel Münderlein)

Das Autonome Architektur Atelier in Bremen begreift urbane Spaziergänge als Mittel der Kommunikation zu und über städtische Belange. Dabei steht das gemeinsame Erleben und Vermitteln von interessanten Orten und Strecken in der Hansestadt an der Weser im Vordergrund. Da Corona die Durchführung von gemeinsamen Stadtspaziergängen in den letzten Monaten erschwerte, machte sich das AAA über alternative Möglichkeiten Gedanken. Das Ergebnis ist ein Urbaner Podcastspaziergang, welcher sich als audiovisuelle Dokumentation von städtischen Erkundungstouren versteht und im Sinne des Distanzhaltens stark frequentierte Orte ausspart, um sich abseits ausgetretener Pfade der Entdeckung von neuen und unbekannten Orte hinzugeben. Wer sich trotz Corona den urbanen Erkundungstouren anschließen möchte, kann dies nun durch den frei zugänglichen Podcast tun und sich sogar gezielt an bestimmten Zwischenstationen ein- und ausklinken.

Flatterbandtennis:

Beitrag von Stefanie Hennecke

Auch als die Spielplätze wieder geöffnet wurden, blieben die  öffentlichen Sport- und Bolzplätze in Berlin weiterhin geschlossen und das immer wieder aufs Neue verknotete Flatterband verwehrte den Nutzer*innen den Zutritt. Ähnlich wie in Ithaca, NY der Basketballkorb – siehe Beitrag von David Yearsley – wurde auf einem öffentlichen Tennisplatz zusätzlich das Netz abmontiert. Aber findige Spieler*innen eigneten sich zu diesem Zweck bereits Anfang April das Flatterband an, das sie eigentlich vom Spielen abhalten sollte.

(Fotos 11.04.2020: Stefanie Hennecke)

Neue Möglichkeiten 3

Am Freitag, den 5. Juni 2020 findet um 14.30 Uhr ein kostenfreies offenes Webinar zum Thema „Covid-19, Justice and Sustainability in Cities“. Die eineinhalbstündige Veranstaltung mit Vorträgen und Diskussion wird im Rahmen der „2nd UrbanA Arena Justice Challenges in Urban Sustainability“ vom 4. bis zum 5. Juni 2020, ausgerichtet vom Barcelona Lab for Environmental Justice and Sustainability, abgehalten. Man kann sich unter diesem Link dazu anmelden.

Die Corona-Geisterstädte

In der arte Reportage werden Metropolen im Lockdown dokumentiert. Das öffentliche Leben von vormals pulsierende Großstädten kommt aktuell fast vollständig zum Erliegen. Im Fokus der Betrachtung stehen Paris, New York, Venedig und London. Die Reportage entdeckt jedoch auch eine neue und entschleunigte Form von urbaner Schönheit, welche die Atmosphäre von leeren Gassen, ungenutzte Plätzen und stillen Kanälen einschließt.

Re: Die Corona-Geisterstädte
Metropolen im Lockdown


Ein ähnlicher Blick auf den erstarrten Freiraum von Berlin ist auch in diesem Beitrag zu finden.

Ein Stimmungsbild aus Christchurch in Neuseeland

(Foto: Andreas Wesener)

Ein Beitrag von Daniel Münderlein
(Fotos und Hintergrundinformationen wurden freundlicherweise von Andreas Wesener bereitgestellt)

Trotz seiner idyllischen Lage auf der Südinsel von Neuseeland ist die Stadt Christchurch mittlerweile erfahren im Umgang mit Krisensituationen. Bedingt durch tektonische Prozesse wurde Christchurch in der Vergangenheit durch verschiedene Erdbeben erschüttert, welche insbesondere in den Jahren 2010 und 2011 für dramatische stadtstrukturelle Veränderungen sorgten. Der ‚central business district‘ verlor in Folge der Naturkatastrophe um die 800 Gebäude und einige Bereiche der Stadt wurden zu ‚red zones‘ erklärt und aus Sicherheitsgründen vollständig aus der Nutzung genommen. Diese Beschädigungen sowie die Maßnahmen zur Krisenbewältigung resultierten in einem unmittelbaren Verlust von urbaner Qualität sowie einem Gefühl von Leere. Für Christchurch wurde so die Dystopie einer Stadt ohne Stadtzentrum konkrete Realität.

„The feeling of emptiness is overwhelming”

(Wesener 2015, S.2)

Im Umgang mit dieser traumatischen Situation fiel den städtischen Freiräumen rasch eine besondere Bedeutung zu. Improvisierte Aneignungsprozesse, Streetart, temporärer Urbanismus, Pop-up Urbanism sowie organisierte Zwischennutzungen wie Tanzflächen und Gemeinschaftsgärten wurden rasch wichtige Bestandteile einer informellen Krisenbewältigungsstrategie, welche aus der Zivilbevölkerung initiiert wurden und stadtübergreifende Strahlkraft erlangten. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen widmen sich diesen Post-Earthquake Phänomenen im Kontext von Resilienzforschung verbunden mit der Frage nach der Widerstandsfähigkeit von Städten und urbanen Gemeinschaften.  Soziale Netzwerke sowie dem Stiften von Sinn durch kollaborative Praktiken und Aneignungsprozesse im Freiraum scheint eine besondere Bedeutung zuzufallen.

Die aktuelle COVID-19 Pandemie in Christchurch reiht sich vor diesem Hintergrund in eine Reihe von Krisensituationen ein und bietet Anschlussfähigkeit an Diskurse, welche städtische Nähe und Dichte kritisch hinterfragen. Zum einen ist stadträumliche Dichte eine Voraussetzung für soziale Interaktionen aber zum anderen erscheint sie im Kontext mit Erdbeben und Pandemien als Risikofaktor. Christchurch orientiert sich in der Krisenbewältigung an dem Motto ‚being together but apart‘ und die Regierung initiierte im Umgang mit COVID-19 einen strickten ‚lock down‘. Neuseeland ist auf Grund seiner isolierten Lage sowie den einzigartigen Ökosystemen besonders empfindlich gegenüber importierten Krankheitserregern oder Viren. Die Regierung handelte unverzüglich und erließ im März ein umfassendes Reiseembargo, welches internationalen Flugverkehr sowie nationales Reisen innerhalb des Landes unterband.  Weiterhin wurden zahlreiche Infektionstests durchgeführt, um ein detailliertes Bild der räumlichen Verteilung der Pandemie zu gewinnen. Die Maßnahmen erweisen sich momentan als effizient und die Infektionszahlen scheinen unter Kontrolle. Über die zukünftige Entwicklung von COIVD-19 sowie die Auswirkungen auf Stadt- und Freiraumplanung wird weiterhin intensiv diskutiert.

(Fotos: Andreas Wesener)

Neue Möglichkeiten 2

Beitrag von Stefanie Hennecke

Ich möchte auf eine weitere Veranstaltung hinweisen, die für die Freiraumplanung interessant ist und an der man nun kostenfrei über das Internet teilnehmen kann:

Das Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung (IÖR) in Dresden veranstaltet am 11.6.2020 einen ganztägigen Workshop zum Thema „Naturschutz in Zeiten sozial-ökologischer Transformationen: Triebkraft oder Getriebener?“ als Videokonferenz (Link zu Programm und Anmeldung bis 29.5.2020)

Fassaden-Demo

Fassaden-Demo (Foto: Johanna Niesen)

Beitrag von Johanna Niesen

Demonstrieren und Protestieren wurde von den Straßen ins Internet verschoben – wie so vieles, das dieser Tage online stattfindet. Aber auch verschiedene Oberflächen des urbanen Freiraums werden momentan vermehrt zu Trägern politischer auf die Coronakrise bezogener Parolen und Forderungen. Plakate sind auf Mülleimer, Werbeaufsteller und Hauswände geklebt, der Asphalt der Gehwege wird mit Kreide beschrieben und Banner hängen aus Fenstern und an Fassaden von Wohnhäusern – viele mit dem Hashtag #LeaveNoOneBehind.

(Fotos April 2020: Johanna Niesen, Göttingen)