Eine kurze – unheimeliche – Geschichte

Der leere Universitätscampus in Kassel (Foto 26.6.2020: Stefanie Hennecke)

Gastbeitrag von Harald Kegler

Es war einmal ein Freiraum: Am 24. Juni 1970 beschloss der Hessische Landtag die Gründung der ersten und einzigen Gesamthochschule (GH). Es bestand die Absicht, einen akademischen Raum besonderer Art zu schaffen, der abwich vom etablierten, sozial selektiven, didaktisch auf Hörigkeit und strikte Disziplinarität ausgerichteten Lehrbetrieb zu einer wahrhaft reformorientierten Hochschule der freien Wissensaneignung. Sicher, so idealtypisch lief es dann nicht, aber der Anspruch war gesetzt. Und dieser bot Studierenden tatsächlich die Chance, nonkonform zu lernen und kritisch in die gesellschaftlichen Prozesse beim Bauen und Planen einzugreifen, zu „alternativen Problemlösungen“ beizutragen, wie es in den programmatischen Konzepten vor 50 Jahren hieß.

Es ist einmal: In Kassel ist inzwischen aus der GH eine Universität geworden. Der akademische Freiraum schwand stückweise, doch blieb noch vieles von der Anfangseuphorie. Das Projektstudium oder die Lerngemeinschaft gehörten dazu. Ein unscheinbares Virus, das die sich im Zuge der Globalisierung und Neoliberalisierung bietenden Freiräume selbst lernend nutzte, versetzte die Welt in eine selbstverordnete Schockstarre. Das ganze hochgerüstete System der globalen Vernetzung, dieser propagierte Welt-Freiraum, wurde zur Falle. Eine kleine Unachtsamkeit und das Virus verbreitete sich schlagartig um die Welt – zunächst im globalen Norden, und dann immer weiter. Überall dort, wo die sozialen Schwachstellen der Gesellschaft offene Flanken boten, setzte es sich fest. Insbesondere dort, wo neoliberale Sorglosigkeit, Privatisierungsorgien im Gesundheitsbereich, soziale Spaltung und verheerendes Politikmissmanagement herrsch(t)en, steigen die Infektionszahlen rasant an. Dabei ist das Virus gar nicht automatisch tödlich, wie die Relation zwischen Infektionszahlen und Todesfällen zeigt. Im Straßenverkehr sind fast genauso viele Tote zu beklagen, was einer weltweiten Pandemie nicht nachsteht.

Es wird einmal gewesen sein: Die Hessische Landesregierung hatte – in einer verständlichen Ad-hoc-Reaktion – den Lockdown für die Hochschulen (wie in anderen Bundesländern auch) verhängt. Der Lehrbetrieb an der Universität Kassel erstarrte. Während Spargelstecher ins Land gelassen wurden – weil sie „systemrelevant“ sind (sic) – wurde der neuen Kollegin aus den USA, die bereits 6 Wochen Quarantäne verlebte, die Einreise verwehrt. Universität wurde als nicht systemrelevant taxiert. Wie bedauerlich. Die alte Universität verwaist. Natur kehrt zurück an den Ort, der eigens für die Studierenden betoniert worden war, Räume mit schlechter Akustik stehen leer. Der persönliche Kontakt im alten Raum ist obsolet geworden. Die Universität, die es gab, gibt es nicht mehr. Skater üben in den einstigen Frei-Räumen akademischer Begegnung. Es wurden bereits Nachnutzungskonzepte erstellt für die einstige Wirkungsstätte universitären Lernens. Nach 50 Jahren war der Betrieb am Ort eingestellt worden. Neues zog an dessen Stelle. Ahnungen beschleichen die Betroffenen: Scheint es abwegig, dass sich im verewigten Lockdown ein Test für die Disziplinierung eines womöglich gesellschaftsverändernden Freiraumakteurs anbahnte? Doch das ist wirklich abwegig. Nach 50 Jahren begann ein Versuch, neue Freiräume zu erkunden. Es war einmal eine Gesamthochschule, die sich anschickte, neue Wege zu beschreiten, soziale Hürden zu überwinden, alternative Problemlösungen für das Ganze zu ersinnen und nonkonforme Menschen zu fördern. Das war einmal systemrelevant. Und da sie nicht gestorben ist, hat es im Irgendwo neue Räume des akademischen Freiseins gegeben …

Public Space & Public Life during COVID 19

Public Space & Public Life during COVID 19 (Screenshot from https://covid19.gehlpeople.com/)

Der dänische Architekt und Stadtplaner Jan Gehl erlangte mit seiner Betrachtung des menschlichen Maßstabes in der gebauten Umwelt weitreichende Popularität. In seinen Buchpublikationen „Cities for People“, „Life between Buildings“ oder „How to study Puplic Life” widmet sich Gehl der Betrachtung von einzelnen Personen oder Personengruppen im städtischen Lebensräumen und deckt Missstände oder Probleme auf. Er zeigt Diskrepanzen zwischen ursprünglich gedachten Verwendungszwecken oder Entwurfsintentionen sowie der tatsächlichen Nutzung auf. Dabei verfolgt Gehl nicht nur das Ziel der Verbesserung von städtebaulicher Infrastruktur und deren Nutzbarkeit für Fahrradfahrer und Spaziergänger, sondern steht auch für mehr Lebensqualität und die Entwicklung von neuen Planungs- und Entwurfsmethoden ein. In seinem Film „The Human Scale“ zeigt er einerseits städtebaulichen Irrwege auf, welche negativ auf die Stadtbevölkerung zurückwirken, und fordert andererseits die Entwicklung eines neuen Werkzeugkoffers für planerische Disziplinen, um solche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Gehl arbeitet dabei mit seinem Team an der Schnittstelle zwischen Umweltpsychologie, Soziologie sowie Planung und Architektur um ein besseres Verständnis vom Leben in der Stadt zu erlangen.


Die COVID-19 Pandemie wird von Gehl und seinem Team ebenfalls als Chance begriffen, die Nutzung des öffentlichen Raumes mit dem entwickelten Methodenkoffer unter veränderten Rahmenbedingungen zu untersuchen. Dazu wurde ein Bericht veröffentlicht, welcher im Gegensatz zu den Stimmungsbildern der medialen Berichterstattung auf konkreten empirischen Beobachtungen aufbaut. Es wurden vier Städte in Dänemark für die Untersuchung ausgewählt und mit Hilfe von 60 WissenschaftlerInnen die Nutzung und das Leben im öffentlichen Raum während der Corona Zeit dokumentiert. Für die Untersuchung wurden zwei zentrale Arbeitsfragen formuliert:

  • Werden sich die Dinge wieder normalisieren?
  • Werden die Dinge, welche wir in der Corona Zeit tun, Teil einer „neuen Normalität“ werden.

Die Ergebnisse werden anhand von Snapshots vorgestellt, welche als Themenraster für die beobachten Veränderungen fungieren. Dies umfasst zum Beispiel die Verringerung von Aktivitäten im Öffentlichen Raum, eine Zuwendung zu Erholungsnutzung und Spieleaktivitäten, dem Auftreten von neuen Nutzungsgruppen oder auch neuen Nutzungsformen.  Anhand dieser strukturierten Betrachtung und dem Vergleich zwischen verschiedenen Städten wird deutlich, dass sich verschiedenen Einzelbefunde beobachten lassen und zum Teil auch gegensätzliche Raumnutzungstendenzen während der Pandemie vorliegen. So ist in manchen Freiräumen keine Veränderung zu beobachten, während sich in anderen Untersuchungsgebieten sowohl neue Nutzungsformen als auch neue Nutzergruppen etablieren.

Der vollständige Bericht kann aufgrund seiner Feinkörnigkeit, der innovativen Visualisierung von Raumnutzungsveränderungen und der Strukturierung als wertvoller Beitrag zur Diskussion um den Freiraum in der Krise betrachtet werden.

Planungswissenschaftliche Arbeitsfragen im Umgang mit der Covid-19 Pandemie

Heidelberg Open Space
Warten im Freiraum (Foto: Daniel Münderlein)

Die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Covid-19 Pandemie wurde in erster Linie aus dem Bereich der medizinischen Forschung, insbesondere der Epidemiologie, getragen, um Eindämmungs- und Mitigationsstrategien zu entwickeln und argumentativ stützen zu können. Die wohl raumwirksamste Bedeutung aus dem entwickelten Strategienarsenal besitzen die Ausgangsbeschränkungen bzw. der Lock Down, welcher auf diesem Blog bereits anhand verschiedener Beispiele intensiv dokumentiert wurde. Während der letzten Monate wurde oder wird die Hälfte der Weltbevölkerung dazu angehalten zu Hause zu bleiben (Sandford 2020). Trotz dieser gravierenden Tragweite der Ausgangsbeschränkungen, lassen sich im Hinblick auf das Leben im öffentlichen Raum unterschiedliche Auswirkungen beobachten. Der Lockdown in Regionen wie Wuhan in China oder in Norditalien wurde sehr restriktiver umgesetzt, während in Mitteleuropa und insbesondere in Skandinavien stark an das Verantwortungsbewusstsein der Einzelperson appelliert wurde und individuelle Entscheidungsfreiräume offenblieben.
Vor diesem Hintergrund entsteht seit einigen Monaten ebenfalls ein reger wissenschaftlicher Diskurs zum Umgang mit Covid-19 und auch anderen zukünftigen Pandemien in Architektur, Stadt-, Freiraum- und Landschaftsplanung. Aufgrund der dynamischen Entwicklungsprozesse werden bisher eher Statements und Kommentare abgegeben, wobei in jüngster Vergangenheit auch wissenschaftliche Fachartikel entstehen (Alter 2020; Florida 2020; Null, S., Smith, H. 2020; Roberts 2020; van der Berg 2020). Dieser Blog versteht sich ebenfalls als Plattform, welcher Informationen sammelt, bündelt und aufbereitetet.
Trotz vieler Prognosen zu den Auswirkungen der Pandemie auf Planungshaltungen, Planungskultur und Planungsaufgaben lassen sich aktuell eher Arbeitsfragen formulieren als fundierte Antworten finden:

  • Wird sich unser Verhältnis zum öffentlichen Raum durch die Covid-19 Pandemie verändern?
  • Wie lange werden die Veränderungen überhaupt andauern?
  • Wird sich ein verändertes Nutzungsverhalten im öffentlichen Raum versteigen oder relativiert sich dieses in Zukunft wieder?
  • Werden öffentliche Räume in Zukunft anders gestaltet oder dimensioniert werden, um für ähnliche Situationen gewappnet zu sein?

Obgleich sich die räumliche Planung mit der gedanklichen Vorwegnahme von raumwirksamen Handeln befasst, werden sich viele Fragen zum „Freiraum in der Krise“ erst nach den gesammelten Erfahrungen beantworten lassen. Vor diesem Hintergrund deuten sich erst die Konturen eines planungswissenschaftlichen Diskurses an, welchen es insbesondere vor dem Hintergrund der Themenfelder Public Health, Umweltgerechtigkeit und Resilienz zu führen gilt. Die Sammlung von präzisen Arbeitsfragen dient somit dem Verständnis der rahmengebenden Diskurslinien und kann ebenfalls als Analyseraster für Einzelbefunde und Erfahrungsberichte dienen. In dem Fachartikel „The Impact of COVID-19 on Public Space: A Review of the Emerging Questions werden Arbeitsfragen gesammelt und gemäß den Kategorien Design, Wahrnehmung und Nutzung sowie Ungleichheiten bzw. Segregation sortiert und gebündelt. Der daraus resultierende Fragenkatalog soll in diesem Beitrag kurz vorgestellt werden, da dieser auch für die auf diesem Blog gesammelten Beiträge strukturelle Rahmenbedingungen schaffen kann.

Design & Gestaltung:

  • Gilt es Straßen und Plätze grundlegend umzugestalten?
  • Erlangt das Thema Public Health eine höhere Priorität in Planung und Architektur durch Pandemie?
  • Werden Grünflächen wie Parks und Gärten in Zukunft anders zu gestalten sein und genutzt werden?
  • Wie sieht die Zukunft von großen und weitläufigen öffentlichen Räumen aus?
  • Wird eine neue Typologie für öffentliche Räume benötigt?
  • Werden sich die temporären Veränderungen der Pandemie in der Zukunft verstetigen?
  • Wie entwickeln sich Mikro-Mobilitäts- und Sharing-Konzepte?
  • Wie verändern sich öffentliche Verkehrsmittel?


Wahrnehmung, Nutzung und Verhalten:

  • Können wir in Zukunft weniger Menschen im öffentlichen Raum beobachten?
  • Wird sich unser Verhalten im öffentlichen Raum verändern?
  • Wird sich das Gefühl für Freiraumkapazitäten verändern?
  • Werden öffentliche Freiräume in Zukunft weniger genutzt und anders reglementiert?
  • Werden wir Einschränkungen der individuellen Freiheit erleben?
  • Wird sich unsere Wahrnehmung von öffentlichem Raum verändern?

Ungleichheit und Segregation:

  • Wie werden die besonderen Bedürfnisse von vulnerablen Gruppen in zukünftige Gestaltungsprozesse einfließen und sich in Nutzung und Regulierung widerspiegeln?
  • Werden Städte im Globalen Süden den informellen Straßenhandel eindämmen oder reglementieren?
  • Wird die Pandemie die Entwicklung des globalen Siedlungssystems dauerhaft unterbrechen oder beinträchtigen?

(Honey-Roses et al. 2020, S. 4)

Die etwas überstrapazierte Forderung von Krise als Chance, hat jedoch auch vor dem Hintergrund der vorgestellten Arbeitsfragen bestand. Die genaue Beschaffenheit und Gestaltung der Post-Covid-19 Freiräume bleibt Gegenstand intensiver Diskussionen und lokaler Aushandlungsprozesse. Die Tragweite von Public Health wird sich in Zukunft jedoch nicht nur auf Fragen nach Wohlbefinden und Lebensqualität beschränken, sondern die Gestaltung und Unterhaltung von krisenfesten und widerstandsfähigen Freiräume einschließen.

Literaturverzeichnis

Alter, L. (2020). Urban design after the coronavirus. https://​www.treehugger.com​/​urban-​design/​urban-​design-​after-​coronavirus.html.

Florida, R. (2020). We’ll Need To Reopen Our Cities. But Not Without Making Changes First., CityLab.

Honey-Roses, J., Anguelovski, I., Bohigas, J., Chireh, V., Daher, C., Konijnendijk, C., Litt, J., Mawani, V., McCall, M., Orellana, A., Oscilowicz, E., Sánchez, U., Senbel, M., Tan, X., Villagomez, E., Zapata, O. & Nieuwenhuijsen, M. (2020). The Impact of COVID-19 on Public Space: A Review of the Emerging Questions.

Null, S., Smith, H. (2020). COVID-19 Could Affect Cities for Years. Here Are 4 Ways They’re Coping Now., TheCityFix: World Resource Institute (WRI).

Roberts, D. (2020). How to make a city livable during lockdown., Vox.

Sandford, A. (2020). Coronavirus: Half of humanity now on lockdown as 90 countries call for confinement, Euronews.

van der Berg, R. (2020). How Will COVID-19 Affect Urban Planning?, TheCityFix.

1,5 Meter-Design

Über Begegnungen, Distanz und deren Gestaltung

Gastbeitrag von Raamwerk – Studio für Kunst,Sozial, Kommerz

Britta Wagemann, Jero van Nieuwkoop, Marie-Sophie Kammler & Samson Kirschning

Distanz und Gestaltung

Werner, 75 Jahre alt, kauft zum ersten Mal seit langer Zeit wieder selbst ein. Trotz Einkaufshilfe will er endlich mal wieder selbst im Supermarkt herumstöbern. Ein bisschen schüchtern und angespannt betritt er den Laden. Joghurt, Obst und vielleicht mal ein Bierchen heute Abend? Während er nachdenklich mit seinem Einkaufswagen vor dem Regal steht, greift ein anderer Besucher nach ein paar Bier, direkt an Werner vorbei. Gerade als der Mann die Flaschen greift, fängt er auch noch an zu husten. In den Ellenbogen zu husten geht anscheinend nicht. Der verängstigte Werner, der bereits Lungenprobleme hat, ist frustriert. Er fängt an zu schimpfen: „Eineinhalb Meter! Wie schwierig kann es sein.“

Der Frühling 2020 zeichnet ein merkwürdiges Bild: Die Menschen schleichen umeinander herum und geben sich (mal mehr oder weniger) Mühe, die wegen der Virus-Pandemie gebotenen 1,5 Meter Abstand einzuhalten. Gar nicht so einfach. Ob im Supermarkt oder auf der Straße, plötzlich finden wir uns in einem permanenten Prozess des Abwägens wieder. Wie viel sind eigentlich 1,5 Meter? Plötzlich spielen die Selbst- und Raumwahrnehmung eine verstärkte Rolle und was vor Kurzem noch eine Sache der Höflichkeit war, ist heute taktlos – sogar gefährlich. Mit dieser veränderten Situation umzugehen fordert uns alle. Empathie und Geduld sind notwendig. Unsere Motivation bestimmte Auflagen streng einzuhalten, war zu Beginn der Ausnahmesituation überwiegend hoch, aber nach und nach erschlafft sie sichtlich. Wie bei einem Muskel folgt auf die außerordentliche Anspannung unweigerlich eine Entspannung, hier die beginnenden “Lockerungen” der Ausgangsbeschränkungen.

Und nicht zuletzt wird deutlich: Die Distanzgebote sind auch eine Frage der Gestaltung. Ähnlich wie sich Wasser seinen Weg vorbei an Hindernissen sucht, sprudelt die menschliche Kreativität durch die vorgegebenen Einschränkungen. Es ist beeindruckend: Im privaten wie im öffentlichen Raum wird improvisiert wie lange nicht mehr. Der öffentliche Raum, der unser (Zusammen-) Leben ebenso prägt wie er durch soziale Regeln geprägt wird, muss plötzlich angepasst werden: In vielen Supermärkten mahnen Abstands-Streifen auf dem Boden zu Vorsicht und Distanz. Niemand darf den Laden ohne Einkaufswagen betreten, um ohne Nachdenken zu müssen auf Abstand zu bleiben. Und in jedem Moment, in dem wir die Distanz doch nicht einhalten können, werden wir durch Plastikscheiben getrennt. Fast liebevoll und menschlich wirken die selbstgebauten, provisorischen Konstruktionen um Kassen und Theken. Sie sind gebaut um zu schützen und beißen sich gleichzeitig mit der Ästhetik des einheitlichen und meist biederen Designs des Ladens. Wir stellen fest, dass Kreativität und Gestaltungswille durch besondere Situationen, besonders herausgefordert sind, neue Lösungen zu entwickeln. Den gesetzlichen Beschränkungen in Zeiten der Pandemie wird mit kreativem Pragmatismus und ad-hoc Gestaltung begegnet, durch die unser gewohntes Umfeld neue Impulse und Formen bekommt.

Raamwerk gestaltet Begegnungen

Auch Raamwerk, als selbsterklärtes “Studio für Kunst, Sozial, Kommerz”, hat die Corona- Zeit als mögliches Experimentierfeld für die Neugestaltung bestimmter Aspekte in der Gestaltung des öffentlichen Raums direkt angenommen. Kreiert wurde eine Reihe von gestalterischen Interventionen, um unsere Selbstwahrnehmung wie auch unser Raumgefühl im Zusammenleben ganz bewusst zu erleben und zum Neudenken anzuregen.

Die Händchenhaltverlängerung

(Foto: Studio Raamwerk)

Wir brauchen Kontakt, und 1,5 Meter Abstand zu halten ist schwer. Wieviel sind eigentlich 1,5 Meter und inwieweit sind wir selbst und der öffentliche Raum überhaupt dazu in der Lage diesen Abstand konstant einzuhalten? Wie verändert das unsere Begegnungen und was, wenn wir einer Person eigentlich nah sein möchten? Diese und weitere Fragen, konnten Passant*innen bereits zu Beginn der Pandemie selbst ausprobieren. Die 1,5 Meter langen und rosaroten Rundhölzer wurden von Raamwerk an bestimmten Stellen im öffentlichen Raum positioniert und verliehen. Durch die Händchenhaltverlängerung haben Menschen die Möglichkeit miteinander spazieren zu gehen ohne einander direkt an der Hand zu halten. Den Abstand derart plastisch zu sehen, war für viele Passant*innen irritierend, sorgte aber gleichzeitig für schöne Begegnungen, zwischenmenschliche Interaktion und inspirierte den gesehenen Abstand nachzuahmen – im Park, im Supermarkt oder in der Straßenbahn.

Die Corona-Kabine aka Spuckschutz

(Foto: Studio Raamwerk)

Wir wollen Begegnungen, wollen uns näher sein als im Videocall. Mit der Corona-Kabine macht Raamwerk eine Not zur Tugend und schafft ein neues Begegnungsmöbel. Der rollbare Tisch ist durch große Fensterscheiben in Viertel unterteilt und bietet den Benutzer*innen die Möglichkeit zusammen an einem Tisch zu sitzen und sich auszutauschen, zu arbeiten oder zu essen. So wurde das Möbelstück unter anderem für die Aufnahme eines Podcasts zu dem diesjährigen, alternativ gestalteten MADE Festival eingesetzt. Während die Händchenhaltverlängerung als universelles und schnelles Vermittlungswerkzeug benutzt wird, bietet die Corona-Kabine die Möglichkeit sich in geschütztem Rahmen länger und tiefer inhaltlich auszutauschen. Die Mobilität des Begegnungsmöbels ermöglicht es, dieses Setting schnell und unkompliziert herzustellen. Wo auch immer man die Kabine aufstellt, ist ein Rahmen geschaffen, um unkonventionelle Begegnungen zu ermöglichen, sowie Raamwerk es gerne macht. Sicher aber nah und natürlich immer rosarot.

Das Freiluft-Experiment

(Abbildung: Studio Raamwerk)

Ein aufgrund der Kontaktbeschränkungen auf nächstes Jahr verschobenes Raamwerk-Projekt ist das großangelegte Freiluftexperiment zur Gestaltung des öffentlichen Raumes in der Kasseler Innenstadt. Hier ist der untere Teil der städtischen Fußgängerzone, der gleichzeitig die Transitzone zwischen Innenstadt und Hauptcampus der Universität bildet, für den motorisierten Durchgangsverkehr befahrbar. Während der obere Teil eben jener Straße frisch neu gestaltet und mit großen Boulevards zum Flanieren ausgestattet wurde, müssen sich Passant*innen, Kund*innen der vielen internationalen Lebensmittelgeschäfte und Studierende hier auf den viel zu engen Gehwegen dicht an dicht drängen. Ausgehend von dieser Beobachtung hat Raamwerk ein Netzwerk ins Leben gerufen, um den öffentlichen Raum, der hier exemplarisch für viele ähnliche Ecken der Stadt steht, in ein Freiluft-Experiment auf Zeit zu transformieren. Über einen Zeitraum von mehreren Wochen soll hier gemeinsam ausprobiert werden, wie sich die Qualität des Ortes verändern würde, wenn auch die Fahrbahnen als Aufenthaltsort für Fußgänger*innen mit bespielt werden dürfte. Und gerade die Corona-Zeit macht die bestehenden vielfältigen Problematiken noch einmal deutlicher. 1,5 Meter Abstand sind auf den Gehwegen nicht einzuhalten und die Fragen werden lauter: Vielerorts werden die Forderungen nach mehr Platz für Fußgänger*innen gestellt. Sollte das Konzept “Gehweg” nicht vielleicht grundsätzlich überdacht und zu Shared Space Mischnutzungen der Straße übergegangen werden, wie sie in unterschiedlicher Form auch schon vor der Einführung des Autos existierten? Die aktuell stark diskutierten Formen der Mischnutzung haben den gemeinsamen Grundgedanken, die unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer*innen gleichberechtigt koexistieren zu lassen. Dies wiederum erfordert eine entsprechende Selbst- und Raumwahrnehmung, ein Bewusstsein für mich und andere. In der Schweiz spricht man hier von sogenannten Begegnungszonen.

Raamwerk fasst den Begriff der Begegnungszone für das Freiluft-Experiment weiter, als nur in Bezug auf Verkehrsteilnehmer*innen und bildet den kreativen Knotenpunkt, der Partner*innen aus der Stadtverwaltung, lokale Gewerbetreibende, die Universität sowie soziokulturelle Akteur*innen der Stadt miteinander vernetzt. Die gestalterische Aufgabe besteht für Raamwerk hier im Sichtbarmachen bestehender Schwierigkeiten, in der Vermittlung von Themen und Anliegen der unterschiedlichen Akteur*innen und der Gestaltung von neuen Begegnungen.

Timing ist alles – und der richtige Zeitpunkt ist jetzt!

Kontakt mit fremden Lebenswirklichkeiten schafft Empathie und ist ein erster Schritt, um zu reflektieren und zu verstehen wie wir mit Veränderung umgehen müssen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben und timing ist alles: Es ist Zeit, unser Umfeld (und damit auch unsere Städte) revolutionär anders zu nutzen und zu gestalten. Das wird gerade mehr als deutlich.

Um den Grundriss und die Funktionen der Stadt neu zu denken, ist es wichtig sicherzustellen, dass Bürger*innen der Stadt auch als solche verstanden werden und nicht allein als Konsument*innen. Die Schwierigkeit besteht schließlich nicht darin neue Ideen zu entwickeln, sondern vielmehr darin, den alten zu entkommen. Deshalb ist es wichtig, heute die Weichen für einen gesunden und nachhaltigen systemischen Wandel zu stellen und auf unterschiedlichen Ebenen anzugehen. Stadtgestaltung sollte in erster Linie (wieder) zugunsten des menschlichen, kulturellen und sozialen Miteinanders geplant werden. Das Wohlbefinden der Bürger*innen und ein umweltfreundliches, nachhaltiges Handeln müssen dabei im Zentrum stehen.

Die Fragen, denen wir uns dabei zu stellen haben, sind weitreichend und erfordern Mut. Angefangen mit der Frage danach, wie Mobilität und ein sozialerer öffentlicher Raum miteinander einhergehen können, über die wahrgemachte Einbeziehung von Bürger*innen in den Planungsprozess, bis hin zur “Demokratisierung der Straße”. Neugestaltungen aus einer anderen Perspektive umzusetzen, würde bedeuten weniger Platz für Autos und mehr Platz für andere Verkehrsteilnehmende einzuplanen. Neubauprojekte würden z. B. aus der Sicht von Radfahrer*innen oder Fußgänger*innen geplant werden. Es würde aus Sicht von Bürger*innen, zusammen mit Bürger*innen gestaltet, statt Gestaltung von oben herab umzusetzen. Der Ansatz, den Raamwerk und andere Initiativen in der Stadtplanung bereits verfolgen, arbeitet damit, kleinste Eingriffe einfach umzusetzen und so die Motive zum Neudenken bewusster und greifbarer zu machen. Planung und Gestaltung können von den Erfahrungen regelmäßiger Trial-and-Error-Prozesse viel lernen und es entstehen passendere Projekte für die Bürger*innen.

Selbst Lust es mal auszuprobieren? Hier ein paar Anhaltspunkte: Parkplätze umnutzen. Straßen für motorisierten Verkehr sperren. Anreize schaffen, für Bürger*innen, die das Auto stehen lassen. Mehr autofreie Tage.Mehr Straßenfeste. Kurz gesagt; Interventionen, die das individuelle aber auch kollektive Verständnis zum öffentlichen Raum beeinflussen. Mehr Platz für Menschen statt für Maschinen. Denn unsere Mobilität wird nicht lahmgelegt, wenn wir das Auto stehen lassen. Vielmehr fordert es uns auf nach Alternativen zu suchen und eröffnet neue Möglichkeiten. Was wir brauchen, sind neue konsumfreie Begegnungsräume und die Umwandlung des öffentlichen Raumes in einen öffentlichen Aufenthaltsraum.

Vielleicht ist es in der Corona-Zeit geboren worden, das 1,5 Meter-Design und bestenfalls gibt es uns Mut Neues auszuprobieren. Denn manchmal müssen wir raus aus der Komfortzone um zu merken, dass eine Alternative viel komfortabler ist, als vermutet.

Von neuen und alten Normalitäten in Graz

Gedanken zum Freiraum von Mitarbeiterinnen des Instituts für Städtebau der TU Graz

Gastbeitrag von Eva Schwab und Sabine Bauer

(Teil 1 von 2)

Gehsteige vermessen

Der Kreis beginnt sich zu schließen. Wir waren betroffen von den täglich steigenden Infektionszahlen, sind durch die Isolation gegangen und haben das Homeoffice gemeistert, haben die ersten Lockerungen erlebt und können nun – nach den aktuellen Ankündigungen der österreichischen Bundesregierung, die Maskenpflicht und Ausgangsreglementierungen weitgehend aufheben – berechtigterweise vom baldigen Beginn der vielfach herauf beschworenen „neuen“ Normalität träumen.

Wie wird sie nun aussehen, diese neue Normalität? Die Erfahrungen aus den ersten Lockerungen lassen die vielfältigen Argumente, warum die Covid-19 Krise die Chance auf gesellschaftliche Veränderungen hin zu mehr Nachhaltigkeit beinhaltet (nur als Beispiele seien genannt: Die Welt nach Corona, Drei Krisen gleichzeitig) gelinde gesagt ambitioniert erscheinen.

Die Möglichkeitsfenster, die während der Zeit der eingeschränkten Mobilität im Lockdown offen standen und dem Straßenraum eine neue Bedeutung und neue Nutzbarkeit als öffentlicher Freiraum gaben, mussten mit dem erneuten Anstieg des motorisierten Individualverkehrs (MIV) wieder geschlossen werden.

Menschenmassen stauten sich, um endlich wieder in Möbelhäusern und Baumärkten einkaufen zu können, Automassen wälzten sich über die entsprechenden Zufahrtsstraßen.

Ist daran etwas anders als an jedem normalen Samstag vor Corona?

Etwas anders sieht die Situation in der Innenstadt aus. Abseits der großzügig angelegten Einkaufsstraßen bemühen sich Menschen, auf den schmalen Gehsteigen Abstands- und Verkehrsregeln gleichermaßen einzuhalten – und scheitern entweder an dem einen oder dem anderen. Geschäftsinhaber*innen versuchen, unter Einhaltung der Abstandsregelung den Kund*innen einen angenehmen Einkauf zu ermöglichen und verlegen Ein- und Ausgänge oder markieren Wartezonen. Café-Betreiber*innen versuchen die optimale Verteilung ihrer Sitzgelegenheiten in den Schanigärten zu finden, um zumindest das Potential für genügend Umsatz zu schaffen. Und immer wieder merkt man: Das geht sich nicht aus! Der Raum in seiner derzeitigen Aufteilung reicht nicht aus, um den vielfältigen Anforderungen an ihn gerecht zu werden.

Aber dass Raum der wahre Luxus ist, wissen wir nicht erst seit der Corona Pandemie. Sie hat uns nur wieder einmal eindrücklich die ungleiche Verteilung und Zugänglichkeit der Ressource Raum in unseren Städten vor Augen geführt und sehr nachvollziehbar aufgezeigt, wie viel ausreichend (Frei)Raum mit körperlicher und seelischer Gesundheit zu tun hat.

Befinden wir uns also auch diesbezüglich in einer alten Normalität? Die Ahnung einer neuen zeigt sich in den oben genannten Beispielen vor allem darin, dass die altbekannte Raumaufteilung nicht länger unhinterfragt akzeptiert wird. Mehr noch als vorher beginnt die Diskussion um die faire Verteilung des Freiraums geführt zu werden. Die Erfahrungen der letzten Wochen motivieren Nutzer*innen auf der Suche nach Möglichkeiten, ein gutes urbanes Leben für alle zu schaffen, auch heilige Kühe wie die Priorisierung des MIV und die Selbstverständlichkeit des ruhenden Verkehrs im öffentlichen Raum zumindest diskursiv zu hinterfragen.

In diesen Auseinandersetzungen sehen wir die Ansprüche an den öffentlichen Freiraum wachsen. Er soll qualitativ hochwertig gestalteter Raum für urbanes Leben sein und trotzdem weiterhin tradierten Vorstellungen von Mobilität genüge tun – am besten mit Auto-Stellplätzen für alle direkt vor dem Haus oder dem Geschäft. Noch ist nicht klar, ob dieses Patt in der Prioritätenreihung durch die Erfahrung der letzten Wochen beeinflusst wird, in denen viele aufgrund des Lockdowns die Ruhe und den Platz auf den innerstädtischen Straßen genossen haben. Wir beobachten zumindest mit Interesse, wie Fragen der aktiven Mobilität und des öffentlichen Raums unter dem Eindruck der Corona-Krise Aufwind erfahren.

Ein Beispiel für das wachsende Interesse an diesen Diskussionen bildet die Masterarbeit von Daniela Mrazek, in der sie sich dem Gehen in der Stadt widmet. Sie hat dafür die Grazer Gehwege vermessen und diese dann in zwei Gruppen geteilt: diejenigen, die eine in der ÖNORM B1600 festgeschriebene Mindestbreite für Gehsteige von 1,50 m aufweisen, und diejenigen, die diese Anforderung nicht erfüllen. Das Ergebnis hat in Zeiten der COVID-19 Pandemie eine neue Bedeutung bekommen: Es handelt sich um eine Karte der Stadt Graz, in der gekennzeichnet ist, welche Gehsteige nicht genug Platz bieten, um den geforderten Mindestabstand von 1-1,50 m im Vorbeigehen einzuhalten. Das Facebook-Posting des Instituts für Städtebau zu diesem Thema wurde innerhalb kürzester Zeit um ein Vielfaches häufiger geliked und geteilt als Postings zu anderen Masterarbeiten. Auch die lokale Presse hat über die Erkenntnisse aus Daniela Mrazeks Arbeit berichtet.

(Abbildung 09.06.2020: Facebook, Institut für Städtebau TU Graz)
(Abbildung 09.05.2020: Kleine Zeitung Steiermark)

Das Thema der fußgängerfreundlichen Gestaltung und Nutzbarkeit des öffentlichen Raums ist also im Kontext der Pandemie wieder stärker ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt und die Diskussion darüber wird hoffentlich noch lange Zeit ein Teil der neuen Normalität bleiben. Doch inwiefern sind auch die Anforderungen, die wir an den Raum stellen, neu?

Hier geht es zu Teil 2…

Von neuen und alten Normalitäten in Graz

Gedanken zum Freiraum von Mitarbeiterinnen des Instituts für Städtebau der TU Graz

Gastbeitrag von Eva Schwab und Sabine Bauer

(Teil 2 von 2)

Straßenraum neu verteilen

Dazu ein paar Gedanken aus zwei unserer Lehrveranstaltungen im laufenden Semester, die sich anhand des Beispiels Zinzendorfgasse mit der Neuorganisation des Verkehrs und der Umgestaltung des innerstädtischen Straßenraums beschäftigen.

Die Grazer Zinzendorfgasse liegt in unmittelbarer Nähe der Karl-Franzens-Universität (der größten Grazer Universität). Sie besitzt eine kleinteilige Struktur von Geschäften und Lokalen und lebt von der großen Zahl an Studierenden, für die sie eine wichtige Verbindung zwischen der Universität und dem Stadtpark bzw. der Innenstadt darstellt. Außerhalb der Semester ist die Nutzer*innen-Frequenz allerdings deutlich geringer, wodurch die Geschäftstreibenden vor eine große Herausforderung gestellt werden, die sich auch in Leerständen manifestiert. Parkende Autos begrenzen den verfügbaren Raum in der schmalen Straße außerdem stark und verringern sowohl den nutzbaren Bewegungs- als auch (kommerziellen und konsumfreien) Aufenthaltsraum.

Die Zinzendorfgasse letzten Herbst. (Foto: Martin Grabner)
Die Zinzendorfgasse während des Lockdowns. (Foto: Viktoriya Yeretska)

Der Verein Zinzengrinsen, der aus Geschäftstreibenden der Straße und Anrainer*innen besteht, setzt sich seit einiger Zeit für eine Umgestaltung ein. Er arbeitet mittlerweile mit der Grazer Stadt- und Verkehrsplanung und einem lokalen Architekturbüro zusammen und ist an das Institut für Städtebau mit der Bitte herangetreten, ihn bei der Umgestaltung ihrer Straße zu einer Slow Street mit urbanen Qualitäten zu unterstützen.

Wir wollten dieser Bitte mit einem einwöchigen Workshop und einer Projektübung nachkommen, als mit Semesterbeginn die Krise mit all ihren Schwierigkeiten und Chancen wirksam wurde. So entschieden wir uns, den Workshop dem Thema des Physical Distancing (also der Schaffung von Voraussetzungen für körperliches Abstand halten, ohne das Erzeugen von Social Distancing) zu widmen.

Die Studierenden des Workshops haben dabei den Status Quo erhoben und ihn den (alten und neuen) Anforderungen gegenübergestellt. Schließlich wurden Vorschläge für eine (mehr oder minder) temporäre Adaption der Straße erarbeitet, die Einkaufen, Ausgehen und kulturelle Veranstaltungen unter Einhaltung der nötigen Abstandsregeln ermöglichen können. Dass damit mehr Raum von Fußgänger*innen, Radfahrer*innen und für den Aufenthalt in Anspruch genommen werden muss und dass dieser Raum nur unter Einschränkung des MIV verfügbar werden kann, ging aus der Analyse eindeutig hervor. Ebenso zog sich die Erkenntnis, dass diese Umverteilung die Chance mit sich bringt die Straße grundlegend neu zu denken und zu gestalten, wie ein roter Faden durch alle Arbeiten. (Details zur Lehrveranstaltung)

(Darstellungen: Jago Trelawny-Vernon)

Die Studierenden in der Projektübung arbeiten währenddessen an einem Konzept zur langfristigen Umgestaltung der Straße und einiger Erdgeschoss-Lokale, um der Nutzer*innensaisonalität zu begegnen und die Straße für vielfältige Gruppen interessant zu machen. Die Stärkung der unterschiedlichen Teilräume und ihrer Atmosphären sowie die Reduktion des ruhenden Verkehrs ist allen unterschiedlichen Studierendenprojekten gemeinsam. (Details zur Lehrveranstaltung)

(Darstellung: Dina Sauer und Paula Möller)

Betrachtet man nun diese beiden Ergebnisse, fällt schnell auf, dass sie sich bezüglich der Raumaufteilung nicht wesentlich unterscheiden. Sowohl bei der Entwicklung von kurz- als auch langfristiger Gestaltung zeigt sich, dass die gewünschte Erhöhung der urbanen Qualitäten mit breiteren, multifunktionalen Aufenthalts- und Bewegungsflächen nur durch eine Reduktion der Flächen für ruhenden Verkehr erreichbar ist. Damit sich Menschen sicher und frei bewegen sowie aufhalten können, braucht es nicht nur gute Gestaltung, es braucht auch entsprechend verfügbaren Raum. Für die Zinzendorfgasse kann also abgeleitet werden, dass gute Gestaltung eines menschenfreundlichen Raums nicht nur die kompakte Stadt der kurzen Wege unterstützt sondern gleichzeitig Physical Distancing ermöglicht bzw. vereinfacht.

Verallgemeinert könnte man sagen, dass gut gestalteter und vielfältig nutzbarer urbaner Raum menschlichen Maßstabs krisensicher ist – resilient, wie man es fachgerecht ausdrückt. Unsere Städte brauchen keine speziellen urbanen Räume, die COVID-19 sicher sind, sie brauchen qualitätsvolle Freiräume, die vielfache Nutzungen zulassen, die ökologische Kreisläufe fördern, in denen aktive Mobilität möglich ist und deren aktive Erdgeschosszonen Leben und Arbeiten in der Stadt unterstützen.

Der Verein Zinzengrinsen hat die Ergebnisse unserer Lehrveranstaltungen mit großem Interesse aufgenommen. Ob sie tatsächlich eine Umsetzung erfahren werden?

Auf Basis der aktuellen Verkehrsentwicklungen (also post-lockdown) kann man die Befürchtung entwickeln, dass die Fixierung auf das Auto als die primäre Mobilitätsform nach der Krise ungebrochen bleiben, oder sogar noch stärker werden könnte. Sollten sich die Fahrgastzahlen des unter der Pandemie stark in Mitleidenschaft gezogenen öffentlichen Nahverkehrs nicht wieder stabilisieren, besteht einerseits die Hoffnung, dass ehemalige Öffi-Fahrer*innen sich zukünftig aktiv mit dem Rad oder zu Fuß fortbewegen. Andererseits steht dem aber die Befürchtung gegenüber, dass sich eben diese zukünftig häufiger für den privaten PKW entscheiden. Das Bild des Autos als sicherer, privater Raum könnte durch die Angst vor COVID-19 zusätzlich gestärkt, und der Kampf um den öffentlichen (Verkehrs)Raum noch unerbittlicher werden.

An dieser Stellen geben einander neue und alte Normalität in Graz die Hand und der Kreis schließt sich tatsächlich: Wer traut sich, dem menschengerechten öffentlichen Freiraum den Vorrang zu geben?

Hier geht es zu Teil 1 des Beitrages…

Müll im Freiraum

Beitrag von Stefanie Hennecke

Die Schließung der Mensen, Kantinen, Restaurants, Bars und Cafés während des Lockdowns in Deutschland führte zu Umsatzsteigerungen in den Lebensmittelläden und zu Engpässen etwa bei Mehl und Hefe. Diejenigen, die nicht zu Hause backen und kochen wollten, nutzten den Außerhausverkauf, den von Tag zu Tag mehr Läden anboten. Erlaubt war die Abgabe von Essen und Getränken allerdings nur in Einwegverpackungen oder Pfandbehältern. Auch das gemeinsame Trinken auf dem Bürgersteig wurde mit dem schöner werdenden Wetter und der Länge der Schließungen immer beliebter. Für den Freiraum hatte das zur Folge, dass der liegen gelassene Müll auf den Straßen und in den Grünanlagen schlagartig zunahm und die vorhandenen Papierkörbe nicht mehr ausreichten. Nach einigen Wochen wurden notdürftig zusätzliche Säcke an den Mülleimern angebracht.

Alle Denkrichtungen, zu denen einen diese Fotos verleiten, sind ähnlich trostlos:

  • Welche Ignoranz bewegt Menschen dazu, Ihren Müll einfach im Park oder auf der Straße liegen zu lassen?
  • Welche verquere Idee von Barmherzigkeit steckt hinter der Geste, sein leeres Pfandgut auf der Straße oder im Park zu „spenden“?
  • Warum gelingt es in einem fortschrittlichen Land voller Stolz auf seine hochkulturelle und wissenschaftliche Tradition nicht, die Flut an Einwegverpackungen intelligent zu bändigen? (Siehe dazu die Kritik des Präsidenten des Verbands der Entsorgungswirtschaft im Tagesspiegel)
  • Warum gelingt es in einem wohlhabenden Land nicht, die dringend benötigten Freiräume mit einem durchweg hohen Pflegestandard – wozu auch eine gut funktionierende Müllentsorgung gehörte – instand zu halten?

(Fotos April 2020: Stefanie Hennecke)

Temporäre Spielstraßen

(Foto 10.05.2020: Stefanie Hennecke)

Beitrag von Stefanie Hennecke

Seit Anfang Mai können im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg an Sonntagen Straßen temporär für den Autoverkehr gesperrt werden, um während der pandemiebedingten Einschränkungen zusätzliche wohnungsnahe Freiräume in dicht bewohnten und mit Freiräumen unterversorgten Stadtquartieren anbieten zu können. Für eine Testphase bis Mitte Juni können in diesem Bezirk 19 solcher temporärer Spielstraßen von interessierten Anwohner*innen beantragt werden, inzwischen ermöglichen auch andere Bezirke wie Neukölln oder Pankow diese Möglichkeiten. Bedingung für die Genehmigung ist, dass sich ausreichend freiwillige Helfer*innen als „Kiezlots*innen“ dazu bereit erklären, ehrenamtlich die Straßensperrung zu überwachen.

Für die Zeit der Sperrung ist die Durchfahrt für Autos aber auch für Fahrräder nicht erlaubt. Bereits in den gesperrten Straßenabschnitten parkende Autos können begleitet von den Kiezlots*innen bei Bedarf wegfahren.

(Fotos 10.05.2020: Stefanie Hennecke)

Nach den Pop-up-Radwegen ist diese Möglichkeit der temporären Spielstraße ein zweiter Schritt, wie Berliner Bezirke die Umverteilung des Straßenraums aktiv vorantreiben. In einer dritten Stufe ist seit dem letzten Maiwochenende auf Antrag die temporäre Sperrung von Straßenteilstücken für ein Wochenende auch dann möglich, wenn sich Gastronomiebetreibende zusammenschließen und gemeinsam beantragen, Bürgersteig und Fahrbahn für die Außenbestuhlung nutzen zu wollen.

Die Umverteilung des Straßenraums in Berlin ist auch Gegenstand einer wissenschaftlichen Studie der TU Berlin und des Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC), die die ethischen Aspekte dieser Frage beleuchtet und an verschiedenen Beispiel-Szenarien für Berliner Straßen diskutiert.

Beim Besuch einer temporären Spielstraße nähe Südstern in Berlin am 10.5.2020 fielen mir zwei freiraumplanerisch relevante Aspekte ins Auge:

Delegation an Freiwillige

Die temporären Spielstraßen stehen und fallen mit der Bereitschaft ehrenamtlicher Helfer*innen, ihre Freizeit in Warnwesten an Straßenabsperrungen zu verbringen. Weder Polizei- noch Ordnungsamtkräfte waren vor Ort, um den Verkehrsversuch zu regulieren. Damit steht das Projekt auf sehr wackeligen Füßen und trägt den Charakter eines Zugeständnisses der Stadtverwaltung an einige Aktive. Eine politische Wende in der urbanen Verkehrspolitik manifestiert sich darin noch nicht. Ein weiteres Detail macht die Tendenz deutlich, die Sorge und Aushandlung um die Nutzung um den öffentlichen wohnungsnahen Freiraum als Angelegenheit der Anwohner*innen zu verstehen. Für die Zeit der temporären Sperrung wurde den Kiezlots*innen auch ein Schlüssel für die Öffnung von Hydranten überlassen, so dass Anwohner*innen die Gelegenheit nutzen konnten, Straßenbäume und öffentliche Freiflächen selbst zu wässern. Auch die öffentliche Pflege wird so in die Freiwilligkeit hineindelegiert.

(Foto 10.05.2020: Stefanie Hennecke)

Konflikt Fuß- und Radverkehr

Die Kiezlots*innen berichteten, dass die größten Konflikte mit Radfahrer*innen ausgetragen werden mussten, die sich weigerten, in der temporär gesperrten Zone vom Fahrrad abzusteigen und zu schieben. Offenbar fühlt man sich als Radfahrer*in intuitiv auf der Seite der „Guten“ in der Verkehrswendediskussion und sieht sich von Verkehrsversuchen zu Gunsten des Spiel- und Fußverkehrsnutzung nicht angesprochen. Ich habe dieses Phänomen an mir selber festgestellt, als ich zunächst ganz selbstverständlich in die Spielstraße hineingeradelt bin. Das unbeschwerte Kreuz- und Querrennen zwischen Hauszugang und Fahrbahn vor allem von Kindern ist aber nur möglich, wenn kein schneller Querungsverkehr, auch nicht von Fahrrädern, zur Gefahr wird. Erst unter dieser Bedingung kann der neue Freiraum Straße in ähnlicher Weise wie eine Wiese im Park genutzt werden.

Dass das Miteinander von Fuß- und Radverkehr im enger werdenden urbanen Straßenraum zu Konflikten führt, ist offensichtlich und wird z. B. vom Interessenverband des Fußverkehrs Fuß e.V. intensiv thematisiert. Die Aushandlung zwischen den verschiedenen Interessen aufgrund verschiedener Geschwindigkeiten muss geführt werden. Das kann aber immer nur in Relation zu dem sehr viel größeren und lebensgefährlicheren Konflikt zwischen Autoverkehr auf der einen und Fuß- und Radverkehr auf der anderen Seite diskutiert werden. Stünden in den Spielstraßen keine überdimensionierten und damit die Sicht behindernden Autos herum, wäre die Gefahr nämlich sehr viel geringer, dass Fuß- und Radverkehre kollidieren. Auch in Parkanlagen kommt das nur selten vor. 

Geschlossene Bildungsfreiräume

(Foto 19.April 2020: Stefanie Hennecke)

Beitrag von Stefanie Hennecke

Weltweit wurden Schulen, (Volks-)Hochschulen und Universitäten im analogen Raum geschlossen und verlegten den Unterricht die digitale Welt.

(Fotos 19. und 20.April 2020: Stefanie Hennecke)

Inzwischen werden die Gebäude für den Unterricht und den Prüfungsbetrieb nach und nach wieder geöffnet. Die Forderung nach einem Abstand von 1,5 Metern stellt die verantwortlichen Direktorien aber vor große raum-logistische Herausforderungen. Zeitlich versetzte Pausen, Markierungen auf dem Schulhofgelände mit der Anweisung, ausschließlich innerhalb der Kreidekreise zu stehen und ein Einbahnstraßensystem beim Betreten, Durchqueren und Verlassen der Schule sind die Konsequenzen für die Freiräume auf dem Schulgelände. Das vor der Schule abgestellte Fahrrad kann nur durch einen Spaziergang außen rund um die Schule wieder erreicht werden.

(Fotos Mai 2020: Gregor Hennecke)

Rituale des Bringens und Abholens der Grundschulkinder durch Eltern werden aus hygienischen Überlegungen untersagt.

(Fotos 10.05.2020: Stefanie Hennecke)

Wie das bisherige Raummodell Schule und Hochschule in absehbarer Zeit unter der 1,50-Meter-Abstandbedingung wieder in Betrieb genommen werden kann, bleibt weiterhin völlig unklar. Das sind keine optimistisch stimmenden Aussichten für das kommende Schuljahr und Wintersemester. Vielleicht inspirieren sie aber Planer*innen zu neuen Schulraumkonzepten diesseits des digitalen Raums?

Freiräume kartieren

Gastbeitrag von Flavia Mameli

Im Mai 2019 sorgte die ungewöhnliche Maßnahme eines Parkmanagers in Berlin für Aufsehen: Der Görlitzer Park, von Berlinern zärtlich Görli genannt, beliebt als Treffpunkt in Kreuzberg, aber auch berüchtigt als Marktplatz für Drogen, verfügte jetzt über mit rosa Sprühfarbe markierte Stehplätze für die Dealer. Der unkonventionelle Gestaltungseingriff brachte den Parkmanager in Erklärungsnot. In den lokalen Medien verteidigte er seine improvisierte Zonierung: „Dabei gehe es nicht um eine Legalisierung des Drogenverkaufs, vielmehr sollten die anderen Parkbesucher weniger gestört werden und nicht mehr ein Spalier laufen müssen.“

Rosa Markierungen für Dealer-Plätze im Görlitzer Park.

Damals, im Mai 2019, hätte wohl niemand geglaubt, welchen Einfluss die aktuelle Corona-Pandemie auf unsere Bewegungsfreiheit in urbanen Freiräumen haben würde. Im Mai 2020 postet das Weltwirtschaftsforum auf seiner Instagram-Seite das Foto einer Liegewiese in Brooklyn, New York City und man meint sich ironisch erinnert an das Bild der rosa Parkbuchten aus Kreuzberg: Fein säuberlich auf kreisrunde, isolierte Inseln verteilt, scheint das Parkleben in Brooklyn durchaus seinen gewohnten Gang zu gehen. Die Atmosphäre – so suggeriert es zumindest das Foto – ist entspannt und man genießt den Frühlingssonnenschein. Jeder für sich – alle gemeinsam.

Foto: REUTERS/Eduardo Munoz

Und auch an der Westküste der USA, in San Francisco, kommt die improvisierte Parkzonierung zum Einsatz, wie diese Drohnenaufnahmen zeigen.

In der Landschaftsarchitektur und Freiraumplanung werden Kontrolle, Abschottung und Sicherheit zumeist wesentlich subtiler verhandelt und „verleugnen damit geschickt ihren Verteidigungscharakter“  wie der Architekturkritiker Niklas Maak es treffend in seinem Buch Wohnkomplex. Warum wir andere Häuser brauchen beschreibt. Der Philosoph Michel Foucault würde den Fahrrad- und Joggingspuren, dem Stadtmobiliar, den Hecken und Zäunen wohl ebenfalls eine subtile Form von Kontrolle des öffentlichen Raums unterstellen. Freiraumgestaltung vermag sogar ungewollte Personengruppen oder ungeplante Aneignungen, die gar in Vandalismus enden könnten, im Dienste des reibungslosen Miteinanders des Platzes zu verweisen.

Foucault entwickelte 1975 seine Theorie der Regierbarkeit von Gesellschaften durch die Kontrolle von Bewegung und Position ihrer Individuen und betrachtete dazu u.a. die architektonische Entwicklungsgeschichte von Gefängnissen. Die weißen Kreise auf dem Rasen der öffentlichen Parks in den U.S.A. erscheinen wie ein harmlos improvisierter Versuch,  die Menschen zur sozialen Distanz anzuleiten. Doch was hätte Foucault zu den zu seiner Zeit noch ungeahnten Möglichkeiten der digitalen Überwachung gesagt? Sind wir in Zeiten von Corona nun endgültig in der Disziplinargesellschaft aufgegangen?

Überwachung wird heute vor allem als Open-Source Projekt betrieben. Sogenannte Self-Reporting Apps sollen Menschen warnen, die mit positiv getesteten Personen in Kontakt waren. In 2020 überwachen wir selbst unsere Bewegungen im öffentlichen Raum – für den guten Zweck. Und: Wir können uns jederzeit über die Zahlen der weltweiten Pandemieentwicklung informieren.

Screenshot der kumulierten bestätigten Corona-Fälle weltweit am 23.05.2020 auf der JHU Website. (Foto 23.05.2020: Flavia Mameli)

Aktivisten wie das Mapping Action Collective machen sich genau diese Technologien des community-basierten Mappings zunutze und verwenden digitale Daten und Karten, um Aktivisten zu unterstützen, die sich für soziale und ökologische Gerechtigkeit einsetzen. Bemerkenswert ist daran, dass das Kartieren – eigentlich das traditionelle Machtmittel „der Regierenden“ – im Sinne der Graswurzelbewegungen konterkariert wird.

Dabei ist der Mapping-Aktivismus durchaus keine ganz neue Disziplin: Künstler*innen und Aktivist*innen nutzen das DIY-Kartieren bereits seit den 1970er Jahren als Medium ihres ästhetischen Widerstands, wie etwa die Collagen von Öyvind Axel Christian Fahlström oder Soziogramme von Mark Lombardi zeigen.

Die Erzeugung visuellen Wissens, sei es von Staaten, Institutionen oder Aktivisten, wird zunehmend auch unter dem Begriff der Viskurse in den Sozial- und Kulturwissenschaften verhandelt und Visualisierungstools wie Entity Mapper werden für die qualitative Sozialforschung entwickelt. 

Die Digitalisierung bietet Aktivist*innen und Forschenden heute eine Vielzahl mehr Informationen, mehr Darstellungsmöglichkeiten und mehr Publikationskanäle. Die Grenzen von Überwachung und Widerstand sind dabei sicher noch längst nicht ausgelotet worden. Vor diesem Hintergrund ist die „Corona-Krise“ auch eine Zeit, die Diskurse über (Selbst-)Überwachung und (individuelle) Freiräume – sei es analog oder digital – noch einmal neu beleuchten wird.

In der Open Access-Reihe von transcript Bielefeld ist 2019 die Publikation This is Not an Atlas erschienen, die 40 „Counter-Kartographien“ umfasst. Das Werk von kollektiv orangotango+ kann auf der Verlagsseite kostenlos heruntergeladen werden.

Berlin als Hidden object map von Markus Wende und Marc Amann (CC BY-NC-ND 4.0).
Aus: This is not an Atlas, transcript Verlag Bielefeld.