Das Post-Corona Zeitalter?!

Beitrag von Daniel Münderlein

Aktuell sind verschiedene Lockerungen im Umgang mit der Covid-19 Pandemie zu beobachten, welche für viele Menschen als Indiz für die erhoffte Rückkehr zur Normalität aufgefasst werden. Trotz allem bleibt die Frage bestehen, wann die Corona wirklich vorbei sein wird und welche Welt uns danach erwartet.  Hinsichtlich der zeitlichen Entwicklung der Pandemie existieren unterschiedliche Prognosen.

Gemeinhin wird vermutet, dass erst die Fertigstellung der Impfstoffentwicklung einen wichtigen Meilenstein im Umgang mit Corona darstellt. Auch die Erlangung von Herdenimmunität, also der Erkrankung und Genesung von einem größeren Teil der Bevölkerung, könnte einen bedeutsamen Schritt auf der Rückkehr zur Normalität darstellen. Wie lange nun die Einführung eines Impfstoffes auf sich warten lässt oder die Ausbildung von Immunität in größeren Teilen der Bevölkerung andauert, vermag aktuell wohl niemand zu prognostizieren. Dies liegt zum einen an dem hohen Infektionspotential von Corona und zum anderen begründet es sich aus dem grundsätzlichen Charakter von Pandemien. Diese sind in ihrer Natur und in ihrem Verlauf einzigartig und können daher auch nicht auf der Grundlage von Erfahrungswerten beurteilt werden. So kann auch der mögliche Erfolg von Eindämmungsmaßnahmen, wie dem ‚Phyiscal Distancing‘ und die, auf diesem Blog umfangreich dokumentierte, Einschränkung der Nutzung des öffentlichen Raumes nicht konsequent evaluiert werden, da keine entsprechenden Vergleichswerte existieren.  

In Anbetracht dieses gesellschaftlichen Schwebezustandes und des aktuellen Ausnahemodus hat es sich das Zukunftsinstitut zur Aufgabe gemacht, über die Welt nach Corona nachzudenken. Zu diesem Zweck werden verschiedene Zukunftsbilder entwickelt, welche mögliche „Zukünfte“ in einem Post-Corona Zeitalter beschreiben.

  • Szenario 1: Die totale Isolation – Alle gegen alle
  • Szenario 2: System-Crash – Permanenter Krisenmodus
  • Szenario 3: Neo-Tribes – Der Rückzug ins Private
  • Szenario 4: Adaption – Die resiliente Gesellschaft

(Quelle: Nach Corona: Kommt die resiliente Gesellschaft?)

Beitrag „Nach Corona: Kommt die resiliente Gesellschaft?“ (Bildschirmfoto: Daniel Münderlein)

Methodisch stützt sich das Institut weniger eine Prognose von Unvorhersehbarem, sondern auf eine gedankliche Rückschau aus der Zukunft in die aktuelle Gegenwart. Mit dieser Betrachtung in Form einer Re-Gnose geht nicht nur die aktuell verbreitete Identifikation von Gefahren, Risiken und Probleme einher, sondern es gelingt auch ein optimistischer Blick in die Zukunft. Dieser beruht zum Beispiel auf einem Sprung in der Weiterentwicklung und Etablierung von digitalen Kulturtechniken und digitalen Bildungsangeboten, sowie in einer Neugewichtung des multilokalen Arbeitens. Auch eine Wiederzuwendung zu lokalen Wirtschaftsressourcen und kurzen Wertschöpfungsketten wird diskutiert. Für den Erholungssektor könnte das Post-Corona Zeitalter die Reduzierung von Fernreisen sowie die Wiederentdeckung von regionalen Erholungsangeboten und -destinationen bedeuten.

In der entsprechenden Publikation des Zukunftsinstituts wird Corona als Möglichkeit aufgefasst, sich intensiv mit der Zukunft bzw. möglichen „Zukünften“ auseinander zu setzen und sich zu vergegenwärtigen, dass die pandemische Tiefenkrise nicht zwangsläufig eine Schockstarre sein muss. Als gesellschaftlicher Schönheitsschlaf betrachtet, bietet diese verschiedene Optionen zur Entwicklung neuer zukunftstauglicher Visionen sowie der Reinterpretation aktueller ökonomischer, ökologischer und sozialer Narrative.

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